Festgeld in der Schweiz: Zinsen, Laufzeiten und Vergleich

Festgeld bleibt für viele Schweizer eine beliebte Anlagemöglichkeit, um das hart verdiente Vermögen sicher wachsen zu lassen. Doch wie entwickeln sich die Zinsen bei Schweizer Banken? Welche Laufzeiten gibt es, und wie vergleicht man Angebote effizient? Alles Wissenswerte im Überblick!

Festgeld in der Schweiz: Zinsen, Laufzeiten und Vergleich

Festgeld in der Schweiz: Zinsen, Laufzeiten und Vergleich

Viele Schweizerinnen und Schweizer nutzen Festgeld, um liquide Mittel für eine bestimmte Zeit mit garantiertem Zinssatz anzulegen. Im Gegensatz zu täglich fälligen Sparkonten ist das Geld während der Laufzeit gebunden, dafür sind die Zinsen in der Regel höher und von Anfang an klar definiert. Wie attraktiv Festgeld aktuell ist, hängt vor allem von der Zinslage, der gewählten Laufzeit und der persönlichen Finanzplanung ab.

Wie ist die aktuelle Zinslage für Festgeld in der Schweiz

Die aktuelle Zinslage für Festgeld in der Schweiz wird stark von der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank und der allgemeinen Inflationsentwicklung bestimmt. Nach einer langen Phase sehr tiefer Zinsen sind die Konditionen für Festgeldkonten wieder spürbar angestiegen, liegen aber häufig noch unter den Niveaus vieler Nachbarländer. Entscheidend ist, dass Zinsen je nach Bank, Laufzeit, Währung und Anlagesumme deutlich variieren können.

Für kürzere Laufzeiten von drei bis zwölf Monaten bieten viele Institute in Schweizer Franken moderate Zinssätze, die oft knapp über den Konditionen klassischer Sparkonten liegen. Für längere Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren sind die Zinssätze meist höher, dafür gehen Anleger aber auch ein höheres Zinsänderungsrisiko ein. Wer erwartet, dass die Zinsen weiter steigen, wird tendenziell kürzere Laufzeiten bevorzugen, um später zu besseren Konditionen neu anlegen zu können.

Typische Laufzeiten und ihre Bedeutung für Schweizer Anleger

Typische Laufzeiten und ihre Bedeutung für Schweizer Anleger lassen sich gut an der Struktur vieler Haushalte erklären. Kurzfristige Festgelder von drei bis zwölf Monaten eignen sich eher für Rücklagen, die in absehbarer Zeit benötigt werden, etwa für Steuervorauszahlungen, Renovationen oder eine grössere Anschaffung. Die Bindung ist überschaubar und die Planbarkeit hoch.

Mittlere Laufzeiten von ein bis drei Jahren passen oft zu Zielen wie Autokauf, Weiterbildung oder geplanten beruflichen Veränderungen. Hier ist die Balance zwischen Zinsvorteil und Flexibilität wichtig. Längere Festgelder von vier bis zehn Jahren werden eher zur mittel- bis langfristigen Vermögensplanung oder als konservativer Baustein im Portfolio genutzt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine vorzeitige Auflösung häufig nur mit Gebühr, Zinsverlust oder gar nicht möglich ist.

Sinnvoll ist es, verschiedene Laufzeiten zu kombinieren, also eine Art Leiterstruktur zu bilden. So werden unterschiedliche Teilbeträge gestaffelt fällig, was die Liquidität verbessert und das Risiko reduziert, das gesamte Kapital zu einem ungünstigen Zeitpunkt binden zu müssen.

Festgeld Angebote der grössten Schweizer Banken im Vergleich

Festgeld Angebote der grössten Schweizer Banken im Vergleich zeigen, dass sich Konditionen und Produktgestaltung im Detail unterscheiden. Neben dem nominalen Zinssatz spielen Mindestanlagebetrag, verfügbare Laufzeiten, Währungsauswahl und Bedingungen bei vorzeitiger Auflösung eine wesentliche Rolle. Häufig beginnen Mindestanlagen im Bereich von rund 5 000 bis 10 000 Schweizer Franken, bei gewissen Instituten und Laufzeiten auch höher.

Bei den grossen Schweizer Banken liegen beispielhafte Zinssätze für Festgelder in Schweizer Franken derzeit grob in einem Bereich von etwa 0,75 bis 1,5 Prozent pro Jahr für Laufzeiten um zwölf bis 24 Monate. Höhere Beträge oder längere Laufzeiten können teilweise besser verzinst werden, während sehr kurze Laufzeiten tendenziell etwas niedriger liegen. Die nachfolgende Übersicht zeigt beispielhafte Konditionsbandbreiten ausgewählter Institute. Es handelt sich um ungefähre Werte auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität.


Produkt oder Service Name Anbieter Zentrale Merkmale Kostenschätzung Zinssatz p a
Festgeldkonto 12 Monate UBS Gängige Laufzeiten ab 3 Monaten, CHF Fokus ca 0,75 bis 1,25 Prozent
Festgeldkonto 12 Monate PostFinance Online abschliessbar, gestaffelte Laufzeiten ca 0,80 bis 1,30 Prozent
Festgeld 12 bis 24 Monate Raiffeisen Regionalbanken Netzwerk, flexible Laufzeitwahl ca 0,90 bis 1,40 Prozent
Festgeldkonto 12 Monate Zürcher Kantonalbank Kantonale Einlagensicherung zusätzlich zur Basis ca 0,80 bis 1,40 Prozent
Festgeld 12 bis 24 Monate Migros Bank Häufig konkurrenzfähige Konditionen ca 0,90 bis 1,50 Prozent

Preise, Sätze oder Kostenschätzungen, die in diesem Artikel erwähnt werden, basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Neben den Zinssätzen ist wichtig, ob Zinsgutschriften jährlich oder am Laufzeitende erfolgen, ob der Vertrag automatisch verlängert wird und ob es spezielle Konditionen für bestehende Kundinnen und Kunden gibt. Ein tatsächlicher Vergleich sollte immer die jeweils aktuellen Daten auf den Webseiten der Banken oder in deren Preislisten berücksichtigen.

Währungsrisiken und steuerliche Aspekte bei Festgeldkonten

Währungsrisiken und steuerliche Aspekte bei Festgeldkonten sind insbesondere dann relevant, wenn neben Schweizer Franken auch Fremdwährungen wie Euro oder US Dollar eingesetzt werden. Höhere Zinsen in einer Fremdwährung können durch Wechselkursverluste vollständig aufgezehrt oder sogar ins Negative gedreht werden. Wer seine Ausgaben überwiegend in Franken hat, trägt bei Fremdwährungsanlagen immer das Risiko, dass der Rücktausch in Schweizer Franken einen geringeren Betrag ergibt als ursprünglich eingezahlt wurde.

Steuerlich sind in der Schweiz erzielte Zinserträge aus Festgeld grundsätzlich als Einkommen zu versteuern. Für in der Schweiz domizilierte Anleger fällt auf Zinserträge aus inländischen Bankeinlagen in der Regel eine Verrechnungssteuer von 35 Prozent an, sobald bestimmte Schwellenwerte überschritten werden. Diese kann bei korrekter Deklaration in der Steuererklärung grundsätzlich zurückgefordert oder mit der Steuerschuld verrechnet werden. Festgeldanlagen im Ausland unterliegen oft keiner Schweizer Verrechnungssteuer, können jedoch einer ausländischen Quellensteuer unterliegen und müssen in der Schweizer Steuererklärung vollständig angegeben werden.

Tipps zur Auswahl des optimalen Festgeldprodukts in der Schweiz

Tipps zur Auswahl des optimalen Festgeldprodukts in der Schweiz orientieren sich an der persönlichen Situation. Zunächst sollte die Sicherheitsfrage geklärt werden. In der Schweiz besteht eine Einlagensicherung über das System esisuisse, das Kundeneinlagen pro Kunde und Bank bis zu einem bestimmten Betrag absichert. Zusätzlich ist die Bonität der jeweiligen Bank zu beachten, etwa über Ratings von Agenturen.

Daneben sind Laufzeit und Liquiditätsbedarf entscheidend. Es empfiehlt sich, nur Beträge fest anzulegen, die während der gewählten Laufzeit voraussichtlich nicht benötigt werden. Ein Teil des Vermögens sollte immer auf kurzfristig verfügbaren Konten bleiben. Wer mehrere Festgelder mit unterschiedlichen Laufzeiten kombiniert, verbessert seine Flexibilität.

Schliesslich ist der effektive Ertrag nach Steuern und allfälligen Gebühren wichtig. Dazu zählen neben dem Nominalzins auch Kontogebühren, Spesen bei Fremdwährungen und die steuerliche Behandlung. Ein transparenter Vergleich der Offerten in Ihrer Region, ergänzt um eine Betrachtung der eigenen Finanzziele, hilft, ein Festgeldprodukt zu finden, das in das persönliche Risikoprofil und in die langfristige Planung passt.

Festgeld in der Schweiz kann so eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Anlageformen darstellen, wenn Zinsniveau, Laufzeit, Währung und Steuerfolgen sorgfältig abgewogen werden und die individuelle Finanzplanung im Vordergrund steht.