Studieren ohne Matura in der Schweiz: Wege zum Studium für Erwachsene

In der Schweiz braucht es 2026 nicht zwingend die Matura, um ein Studium zu beginnen. Ob Passerellen, Berufsprüfung oder sur Dossier – zahlreiche Wege stehen Erwachsenen offen, sich ihren Traum vom Hochschulabschluss auch ohne klassischen Maturitätsabschluss zu erfüllen. Entdecken Sie Ihre Möglichkeiten!

Studieren ohne Matura in der Schweiz: Wege zum Studium für Erwachsene

Die Schweizer Hochschullandschaft bietet mehrere Wege, um auch ohne Maturitätszeugnis ein Studium zu beginnen. Diese Alternativen sind besonders für Erwachsene relevant, die bereits im Berufsleben stehen und sich weiterbilden möchten. Die wichtigsten Zugangswege umfassen Passerellen- und Ergänzungsprüfungen, das Aufnahmeverfahren sur Dossier sowie spezielle Programme für Berufserfahrene.

Welche Passerellen- und Ergänzungsprüfungen gibt es in der Schweiz?

Passerellenprüfungen ermöglichen Inhabern einer Berufsmaturität den Zugang zu universitären Hochschulen. Die Ergänzungsprüfung der Schweizerischen Maturitätskommission richtet sich an Personen ohne Maturität, die mindestens 25 Jahre alt sind. Diese Prüfungen decken verschiedene Fachbereiche ab und erfordern intensive Vorbereitung. Kandidaten müssen sich in Fächern wie Mathematik, Sprachen, Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften prüfen lassen. Die Erfolgsquote liegt bei etwa 60 bis 70 Prozent, abhängig von der individuellen Vorbereitung. Viele Kantone bieten begleitende Vorbereitungskurse an, die über ein bis zwei Jahre verteilt sind. Die Prüfungsgebühren variieren zwischen 800 und 1.500 Schweizer Franken, abhängig vom Kanton und der gewählten Fächerkombination.

Wie funktioniert das Studium sur Dossier für berufserfahrene Erwachsene?

Das Aufnahmeverfahren sur Dossier richtet sich gezielt an Erwachsene über 30 Jahre mit mehrjähriger qualifizierter Berufserfahrung. Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen bieten diese Option häufiger an als universitäre Hochschulen. Bewerber reichen ein Dossier ein, das ihren beruflichen Werdegang, Weiterbildungen und Motivation dokumentiert. Die Hochschulen prüfen individuell, ob die vorhandenen Kompetenzen für das gewünschte Studium ausreichen. Teilweise werden zusätzliche Eignungstests oder Aufnahmegespräche durchgeführt. Dieser Weg eignet sich besonders für Personen mit langjähriger Praxis in einem Fachgebiet, die ihre theoretischen Kenntnisse vertiefen möchten. Die Zulassungsentscheidung liegt im Ermessen der jeweiligen Hochschule und berücksichtigt die Passung zwischen Vorbildung und Studienrichtung.

Welche Vorbereitungskurse und Bildungsberater stehen zur Verfügung?

Zahlreiche Institutionen in der Schweiz bieten Vorbereitungskurse für Ergänzungs- und Passerellenprüfungen an. Kantonale Schulen, private Bildungsanbieter und Volkshochschulen organisieren Abend- und Wochenendkurse, die berufsbegleitend absolviert werden können. Die Kursdauer beträgt in der Regel ein bis zwei Jahre. Bildungsberater an den kantonalen Berufs- und Studienberatungsstellen informieren kostenfrei über die verschiedenen Zugangswege und helfen bei der Wahl des passenden Wegs. Sie unterstützen auch bei der Einschätzung der eigenen Voraussetzungen und der Planung des Bildungswegs. Online-Plattformen und Informationsveranstaltungen der Hochschulen ergänzen das Beratungsangebot. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit Beratungsstellen wird empfohlen, um realistische Zeitpläne zu erstellen.


Anbieter/Institution Leistungen Geschätzte Kosten
Kantonale Berufsschulen Passerellen-Vorbereitungskurse CHF 1.000 - 3.000 pro Jahr
Private Bildungsinstitute Ergänzungsprüfungs-Vorbereitung CHF 3.000 - 8.000 pro Jahr
Volkshochschulen Einzelfach-Kurse CHF 500 - 1.500 pro Fach
Berufs- und Studienberatung Individuelle Beratung Kostenlos
Online-Lernplattformen Selbststudium-Material CHF 200 - 1.000

Die Kosten und Angebote können sich im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für das Studium ohne Matura?

Die Finanzierung eines Studiums ohne Matura stellt viele Erwachsene vor Herausforderungen. Kantonale Stipendien stehen unter bestimmten Voraussetzungen auch für Studierende auf dem zweiten Bildungsweg zur Verfügung. Die Höhe und Bedingungen variieren stark zwischen den Kantonen. Bildungsdarlehen von Banken oder speziellen Stiftungen können eine Alternative sein, wobei die Rückzahlungsbedingungen sorgfältig geprüft werden sollten. Einige Arbeitgeber unterstützen Weiterbildungen finanziell, wenn diese für die berufliche Tätigkeit relevant sind. Steuerliche Abzüge für Bildungskosten sind in vielen Kantonen möglich. Teilzeitstudien ermöglichen es, weiterhin zu arbeiten und Einkommen zu erzielen. Die Kosten für ein Studium umfassen Studiengebühren von etwa 1.000 bis 2.000 Schweizer Franken pro Jahr an öffentlichen Hochschulen sowie Lebenshaltungskosten und Lernmaterialien. Eine detaillierte Budgetplanung ist unerlässlich.

Welche inspirierenden Bildungswege zeigen die Vielfalt der Möglichkeiten?

In allen Schweizer Landesteilen finden sich Beispiele von Personen, die ohne Matura erfolgreich ein Studium abgeschlossen haben. Eine Pflegefachfrau aus Zürich absolvierte nach zehn Jahren Berufserfahrung die Ergänzungsprüfung und studierte anschliessend Gesundheitswissenschaften. Ein Handwerker aus dem Wallis nutzte die Berufsmaturität und die Passerelle, um Architektur zu studieren. Eine Kauffrau aus der Romandie wurde über das Verfahren sur Dossier an einer Fachhochschule zugelassen und schloss ein Betriebswirtschaftsstudium ab. Diese Wege zeigen, dass unterschiedliche Vorbildungen und Lebensläufe zu einem erfolgreichen Studium führen können. Entscheidend sind Motivation, sorgfältige Planung und die Nutzung der verfügbaren Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Die Schweiz bietet vielfältige Möglichkeiten für Erwachsene, ohne traditionelle Matura ein Hochschulstudium aufzunehmen. Passerellen- und Ergänzungsprüfungen, das Verfahren sur Dossier sowie gezielte Vorbereitungskurse eröffnen Zugangswege für unterschiedliche Bildungsbiografien. Eine frühzeitige Information und Beratung sind zentral für die erfolgreiche Umsetzung des Bildungsvorhabens. Mit realistischer Planung und Durchhaltevermögen lassen sich berufliche und akademische Ziele auch auf dem zweiten Bildungsweg erreichen.